You are on page 1of 10

Ein Jahrhunder t deutsche U - Boote

Eine Waffengattung, vom Mythos belegt, die in zwei Kriegen hohe Opfer gebracht hat und heute Spitzentechnologie darstellt
Raimund Wallner
In beiden Weltkriegen trugen U-Boote die Hauptlast der deutschen Kriegführung gegen die westlichen Seemächte und hatten extrem hohe Verluste. Admiralität bzw. Seekriegsleitung planten keineswegs, UBooten von Anfang an diese Rolle zuzuweisen. Doch die Kriegsverläufe zwangen sie dazu. Die U-Boote des Kaisers hatten 12 Millionen Bruttoregistertonnen Handelschiffsraum versenkt, während seine »Schimmernde Wehr«, die Hochseeflotte, auf der Jade dümpelte. Zum Zeitpunkt von Hitlers Überfall auf Polen standen 32 UBoote in See, geringfügig mehr als die 1914 noch in den Kinderschuhen steckende Waffe an Einheiten zählte. Mit keinem Seekriegsmittel wussten die Deutschen nach zwei Kriegen besser umzugehen. Die für die Bundesmarine vorzusehenden U-Boote sollten allerdings nicht mehr im ozeanischen Handelskrieg, sondern als Plattformen zur maritimen Vorneverteidigung im Bündnis mit den Gegnern von einst eingesetzt werden. Seit Ende des Kalten Krieges operieren deutsche U-Boote wieder in entfernten Seegebieten. So sehr man später das U-Boot mit deutschem Seekrieg assoziieren wird – als es um die Einführung dieses neuen Seekriegsmittels ging, war die Kaiserliche Marine zögerlich. Großadmiral Alfred v. Tirpitz, der des Kaisers Lieblingsstreitmacht – die Flotte – zum Instrument für die Erlangung von Weltgeltung ausbaute, begründete dies später in »Erinnerungen« mit seiner »bewährte[n] Methode, die Kriegsbrauchbarkeit einer neuen Erfindung vor ihrer allgemeinen Einführung abzuwarten«. Er »habe es abgelehnt, für U-Boote Geld wegzuwerfen, solange sie nur in Küstengewässern fahren ... konnten; sobald aber seefähige Boote gebaut wurden« sei er der erste

le der deutschen U-Boot-Waffe ist – wenn man so will – durch einen frustrierten Ingenieur auf der Suche nach Arbeit über den Rhein »proliferiert« worden. Bei der Germaniawerft in Kiel entstand das Tauchboot FORELLE – ein Experimentalmuster, mit dem bei verschiedenen Marinen Akquisition betrieben wurde. Prinz Heinrich persönlich saß bei einer Tauchfahrt im Dezember 1903 am Tiefenruder, der Kaiser besichtigte das Boot und auch russische Marineoffiziere. Bevor noch die deutsche Marine einen Auftrag erteilte, gingen im Juni 1904 drei größere U-Boote für die Marine des Zaren bei der Germaniawerft unter Vertrag und die FORELLE als Dreingabe mit nach St. Petersburg. Erst dieser Exporterfolg und der Druck der öffentlichen Meinung führten bei Tirpitz zum Umdenken und bereits im Dezember 1904 bestellte das Reichsmarineamt ein den russischen Booten ähnliches Tauchboot, das auf Grund von nachträglichen Änderungen um ein Jahr verzögert am 14. Dezember 1906 als U1 in Dienst gestellt werden konnte. Das Heißen von Flagge und Wimpel auf U1 markiert den Geburtstag der deutschen U-Boote. Große Schwachstellen des ersten Jahrzehnts waren die Motoren Die als Höchstleistung gewertete Fahrt von 587 Seemeilen bei schwerem Wetter von Wilhelmshaven um Skagen nach Kiel gibt eine

Zeichnung Wilhelm Bauers an seine Eltern im Januar 1851 ähme man den Unterseebootbau als Kriterium für den Beginn einer nationalen U-Boot-Geschichte, dann wäre es für Deutschland sicher legitim, dafür den 18. Dezember 1850 festzulegen. An diesem Tag hatte der bayerische Artillerie-Unteroffizier Wilhelm Bauer für das schleswig-holsteinische Heer den Bau seines Brandtauchers vollendet und führte die Überwasser-Probefahrt auf der Kieler Förde durch. Nachdem er und seine Gefährten den ersten, misslungenen Tauchversuch fast mit dem Leben bezahlt hatten, akquirierte – wie wir heute sagen würden – Bauer in Preußen, in England und Russland, wo er schließlich 1855 das Tauchboot SEETEUFEL bauen und in über hundert Tauchgängen erfolgreich testen konnte.
22

N

gewesen, »der sie in großem Stil förderte und trotz dem auferlegten Geldmangel darin bis an die Grenze unserer technischen Leistungsfähigkeit« gegangen sei. Eberhard Rössler, der unermüdliche Chronist des deutschen U-Boot-Baus zählte 181 UBoot-Entwürfe, die zwischen 1861 und 1900 den deutschen Marinen zur Ausführung angeboten wurden. Einzig der »Bau Nr. 333« wurde bei der Kieler Howaldtwerft 1897 realisiert, kam aber über das Experimentierstadium nie hinaus. Der spanische Ingenieur d’Equevilley war 1901 mit seinem eigenen UBoot-Entwurf beim französischen Marineministerium erfolglos gewesen und wandte sich Anfang 1902 an Krupp in Essen. Die Keimzel-

Vorstellung von den begrenzten Fähigkeiten des 238 Tonnen verdrängenden U1. Die Kaiserliche Werft Danzig bekam den Zuschlag für größere Folge-U-Boote, während die Germaniawerft sich mit Exporten nach Österreich und Norwegen behelfen musste. Erst als der Ausländer d’Equevilley durch Techel als Chefkonstrukteur abgelöst war, konnte sich die Kieler Werft mit ihrem Entwurf eines 500 Tonnen-Bootes durchsetzen, der 1908 mit den Bootsnamen U5 bis U12 bei beiden Werften in Auftrag gegeben wurde. Die Boote verfügten über eine Konstruktionstauchtiefe von 50 Metern und liefen aufgetaucht ca. 15 Knoten. Getaucht sollen sie bereits zehn Knoten erreicht haben. Es konnten sechs Torpedos, die
MARINEFORUM 5-2007

erst dann Waffeneinsatz – für die gesamte Zeit dieser Aktion musste sich die verletzliche Plattform UBoot an der Wasseroberfläche exponieren. Die britische Gegenmaßnahme. Bis 1916 wurden 147 dieser durch extrem kurze Bauzeiten gekennzeichneten UB. Für das Flottenkommando waren die U-Boote hauptsächlich Hilfskräfte der Hochseeflotte mit statischen Aufgaben wie Bilden von Sicherheitsgürteln und Einnehmen von Auffangstellungen. November 1914 eine Seeblockade verhängt und die Nordsee zum Kriegsgebiet erklärt. Durch den Verlauf des Landkrieges zeichnete sich bereits ab Herbst 1914 die Möglichkeit ab. davon wurden 380 in Dienst gestellt. April 1915 von Wilhelmshaven aus auf eine 4. da Russland von lebensnotwendiger Rüstungshilfe durch das Schwarze Meer abgeschnitten blieb und so der Zusammenbruch des Zarenreichs beschleunigt wurde. Mit einer weiteren erfolgreichen Mission trug sich Hersing in die Geschichtsbücher ein und bewies die Tauglichkeit der Diesel-U-Boote für Fernunternehmungen: Auf türkisches Hilfeersuchen hin setzte der deutsche Admiralstab U21 am 25. Mit nur einem Zwischenstopp im österreichischen Adriastützpunkt Cattaro stand das Boot einen Monat später vor Gallipoli. Bleibatterien. Nur der Petroleummotor. wovon sich knapp 300 für den Fronteinsatz eigneten.U-Boot U1 zial der Boote für den Krieg. größere Bootstypen – bis hin zu U-Kreuzern des U139-Typs mit ca.und Heckrohren verschießbar waren. Mit den neuesten Einheiten besaß die Kaiserliche Marine Tauchboote. Großbritannien hatte seit 2. wofür sie mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet wurden. Kreiselkompasse – die wesentlichsten Komponenten. mit der Aufgabe. nun sollte es auch im Handelskrieg eingesetzt werden.000 Soldaten gekostet. bis seine Kinderkrankheiten überwunden waren. Über 800 Boote sollten während des Krieges auf Kiel gelegt werden. Die ersten wirklich spektakulären Erfolge konnten die Kapitänleutnante Otto Hersing mit U21 und Otto Weddigen mit U9 erzielen. 2.aus je zwei Bug. Hersing war am 5. »Schuld daran war. Die Hauptgegner England mit sieben und Frankreich mit keinem einzigen funktionstauglichen DieselU-Boot waren technisch überflügelt. Nur 17 Tage später torpedierte Weddigen mit seinem wenige Jahre nach Indienststellung bereits veralteten Petroleum-U-Boot drei britische Panzerkreuzer vor der holländischen Küste. Die modernste 685 Tonnen-Serie – U31 bis U41 – sollte planmäßig am 1. mit kleinen U-Booten als Torpedound Minenträger von Flandern aus gegen England vorzugehen. was sie in Aussicht gestellt hatten« schreibt Tirpitz in seinen »Erinnerungen«. Das neue Seekriegsmittel hatte gleich zu Kriegsbeginn seine Unkalkulierbarkeit und Gefährlichkeit gegen Kriegsschiffe unter Beweis gestellt.und UC-Typen abgeliefert.000 Seemeilen lange Reise zu den Dardanellen in Marsch. nach Prisenordnung. wo eine britisch-französische Flotte mit Küstenbeschuss und Landungsoperationen die Dardanellenschlacht unterstützte. Schon knapp acht Jahre nach ihrer Geburt stand die deutsche U-Boot-Waffe qualitativ im internationalen Vergleich an der Spitze. vor der englischen Küste so lange wie möglich auf Station angriffsbereit auszuharren. waren auf diesen Booten bereits vorhanden. Erst auf U19 konnte ab 1911 der fertigentwickelte Dieselmotor zum Einsatz kommen. Sein Unternehmen erhielt eine strategische Dimension. wenn es auch bis 1913 dauern sollte. was den U-Booten die Möglichkeit zum überraschenden Unterwasserangriff gegen Handelsschiffe verbot. Torpedos. so unklar waren die Vorstellungen vom Poten. bei Feststellung von Konterbande Besatzung in die Rettungsboote entlassen. Ihm fiel vor Schottland ein britischer leichter Kreuzer zum Opfer. E r f o l g e i m E r s t e n We l t k r i e g ließen aufhorchen Die Boote des vor dem Krieg in Auftrag gegebenen U31-Typs und die geringfügig vergrößerten Boote ab U43 sollten jahrelang die Hauptlast des U-Boot-Krieges tragen. 17 weitere Dieselboote waren im Bau.000 Tonnen – zuge- Tauchboot FORELLE (Archiv: MOV) führt werden konnten.500 Mann. Hinsichtlich der physischen Belastbarkeit der Besatzungen herrschte bis 1912 noch die Ansicht vor. bis ab 1918 speziell für Fernverwendungen gebaute. Völkerrechtlich abgedeckt war jedoch nur ein Vorgehen im Einklang mit der auch von Deutschland unterzeichneten Londoner Deklaration von 1909. vier Linienschiffe waren bereits der türkischen Artillerie und Minen zum Opfer gefallen. EntsprechenMARINEFORUM 5-2007 de technische Anpassungen wurden aus diesen Erfahrungen unverzüglich umgesetzt und sollten sich im Kriege bewähren. dass es Menschen in den engen Stahlröhren nicht länger als drei Tage aushalten könnten. Die kleinsten UB I-Boote kamen sogar im Mittelmeer und im Schwarzen Meer zum Einsatz. die auch als Generatoren für die Batterieladung dienten. Hersing versenkte in zwei Tagen zwei britische Linienschiffe vor den Augen der türkischen Verteidiger und musste aus taktischen Gründen 29 Stunden getaucht bleiben – eine ungeheuere Leistung. durchsuchen. von Taktik und operativem Ansatz. elektrische Fahrmotoren. mitgeführt werden. die hinsichtlich Seeausdauer und Kampfkraft denen des Auslands deutlich überlegen waren. der durch Torpedoschuss ein Schiff versenkte. Hydraulik und Druckluft. dass die beteiligten Firmen nicht imstande waren zu erfüllen. Auftauchen. dessen geringer Wirkungsgrad und die durch ihn verursachte »Sichtbarkeit der Boote durch Rauchentwicklung bei Tage und Feuererscheinung bei Nacht« verhinderte nach Tirpitz‘ Worten die Brauchbarkeit der Boote für Fernverwendungen. Schiff zum Aufstoppen zwingen. So rasant auch die technische Entwicklung voranschritt und zu erstaunlichen Leistungen führte. In der Tat gingen fast alle Petroleumboote schon kurze Zeit nach Kriegsbeginn verloren. als die ganze Flottille in die Nordsee entsandt worden war. September 1914 der erste U-Boot-Kommandant der Geschichte. Im Juli 1914 verfügte sie bereits über 28 Einheiten – davon zehn mit Dieselantrieb. Ab Winter 1912/13. Funkmasten. nachdem sie mit der Eisenbahn in Bauteilen nach Pola an der Adria transportiert und dort zusammengefügt worden waren. Innerhalb weniger Minuten versanken mit den Schiffen 1. ab Ende 1914 Handelsschiffe mit verdeckten Artilleriewaf23 . d. wusste man es besser: Sie blieb elf Tage draußen. Der Landkrieg hatte die Alliierten 250. Sehrohre.h. technische Probleme mit dem Zweitakt-Dieselmotor führten jedoch zu einer fast eineinhalbjährigen Verzögerung. die auch heute noch U-Boot-Technik ausmachen. aber Hersings Torpedos gaben den Ausschlag für den Abbruch der Dardanellenoffensive. August 1914 abgeliefert sein. Doch es gab auch Schwierigkeiten.

. Den »Q-Ships« fielen nur zwölf U-Boote zum Opfer. wenn sie nicht einwandfrei identifizierbar waren. Was er nicht schrieb: Die Erklärung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges bot Amerika den Anlass für seinen Kriegseintritt und besiegelte schließlich die Niederlage der Mittelmächte.000 BRT die Statistik beider Weltkriege an. ein Boot aus der Serie. die Verluste von weniger als zehn Booten pro Monat konnten durch Neuzugänge mehr als ausgeglichen werden. im U-Boot-Krieg zur Verwendung gekommen. gelang es nicht. von denen 184 Boote auf ihren Kriegsfahrten verloren gingen. Und sein U35. das nur acht Jahre nach Gründung der U-Boot-Waffe in Dienst gestellt wor- (Foto: Archiv MOV) den war. ganz Hugenotte. die atlantischen Nachschubrouten ernsthaft zu gefährden – kaum eines der im Konvoi geschützten Fahrzeuge konnte versenkt werden. um Frankreich und Italien und im östlichen Mittelmeer. Oktober 1918 entsprach die deutsche Regierung der Forderung Präsident Wilsons. Die Versenkungserfolge stiegen nur marginal und als U20 am 7. Am 21.. November lief U139 schwer beschädigt wieder in Kiel ein. Arnauld. den U-Boot-Krieg gegen Passagierdampfer zu beenden und Admiral Scheer stellte daraufhin den Handelskrieg mit U-Booten völlig ein. Januar 1917 für die Führung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges ab 1. Arnauld de la Perrière mit U35. Am 1. Alle Welt sah. April 1917 hatte Präsident Wilson den Kriegseintritt der USA erklärt. den U-Boot-Krieg in den Gewässern um die britischen Inseln vorerst völlig einzustellen. Wilhelm II. Oktober hatte er Kiel verlassen. wenn auch mit mäßigem Erfolg. die gescheiterten Offensiven an den Heeresfronten im Laufe des Jahres 1916 und die Ablehnung des deutschen Friedensangebots durch die Entente im Dezember 1916 ergaben eine Stimmungslage in Deutschland. standen 57 UBoote in Nordsee und östlichem Atlantik.. Der 1941 als Bereichsbefehlshaber Brest bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommene Vizeadmiral v. Als unter diesem Regime B 3 Boot 1917 U29 am 26. der Befehl Scheers erreichte ihn in der Mitte des Atlantiks. Admiral Scheer zieht 1920 in seinem Buch »Deutschlands Hochseeflotte im Weltkriege« eine bittere Bilanz: »In der Marine hat die U-Boot-Waffe die schwersten Verluste zu ertragen gehabt. Kapitänleutnant Lothar v. Kapitänleutnant v. ent24 schied sich am 9. Februar. Im Gegenteil: Am 6. sahen wir die rote Flagge der Revolution wehen« erzählte v. wurde durch diese Maßnahme zum Ass der Asse. Arnauld zehn Jahre später dem amerikanischen Autor Lowell Thomas für dessen Buch »Ritter der Tiefe«. durch U-Boot-Fallen und am maßgeblichsten durch Geleitzüge. Großadmiral v.« Die für gewonnen erklärte Skagerrakschlacht. was wieder amerikanische Opfer forderte und die Gefahr des Kriegseintritts Amerikas heraufbeschwor.200 Fahrgästen – darunter viele Amerikaner – vor der irischen Südküste versenkte. aber geheime P r o g r a m m e i n d e n 30 e r J a h r e n Gemäß Friedensvertrag von Versailles hatte das Deutsche Reich alle U-Boote auszuliefern und ihm wurde deren Bau und Erwerb verboten. Den U-Booten – wenn sie denn ihr volles Potenzial auch an den Feind bringen durften – traute man zu. wurde der Handelskrieg mit U-Booten erneut eingestellt. Dennoch hatte eine Versenkung nach wie vor nach Prisenordnung zu erfolgen. durch Zerstörer mit Wasserbomben. so erinnert sich der Flottenchef Admiral Scheer 1920. nennt seinen U-Kreuzer U139 den »dernier cri« deutscher Kriegsrüstung. 453. März den französischen Passagierdampfer SUSSEX versenkte. durch Minenabsperrung der Nordsee. zum »Tonnagekönig« unter den U-Boot-Kommandanten aller Zeiten..000 BRT alliierten Schiffsraums fielen ihm. Mai 1915 den Passagierdampfer LUSITANIA mit 1. Als die Wirkung der »Hungerblockade« auf die deutsche Wirtschaft deutlich spürbar wurde. Die Reichsregierung hatte eine völkerrechtliche Grauzone betreten. der Beginn unserer Kapitulation. 176 U-Boote und U-Kreuzer gelangten MARINEFORUM 5-2007 . Die Erfolge – wie die von U35 – wurden überwiegend im Mittelmeer erzielt. Selbst neutrale Schiffe durften nun wie feindliche behandelt werden. der im Oktober 1918 mit dem UKreuzer U139 den U-Boot-Krieg auch an die Küsten Amerikas tragen sollte. Der wenige Tage zuvor von seinem Amt als Staatssekretär im Reichsmarineamt zurückgetretene Befürworter des uneingeschränkten U-Boot-Krieges. erklärte im Februar 1915 Deutschland die Gewässer um Großbritannien zum Kriegsgebiet.000 Bruttoregistertonnen (BRT) versenken konnte.500 Männern hatten ihr Leben gelassen. durch Netze und Drahthindernisse.249 von 12. in dem jedes »feindliche Kauffahrteischiff zerstört werden« dürfe. »Als wir in den Hafen kamen. Deren Eingreifen in den Seekrieg – hier insbesondere mit Transportraum und Geleitschutz für das neu eingeführte Konvoi-System – und ab 1918 auch die massive Verstärkung der Landfront mit einer Million US-Soldaten. Großbritannien – wie erhofft binnen Jahresfrist – an den Verhandlungstisch zu zwingen. dass wir vor Amerika niederbrachen. schrieb: »Die SUSSEX-Note war ein entscheidender Wendepunkt des Kriegs. führt mit 536.fen als »U-Bootfallen« auszurüsten. Den U-Booten gelang es trotzdem nicht. Der drohende Kriegseintritt der neutralen Vereinigten Staaten veranlasste den Kaiser schließlich. der U-Bootgefahr »Herr zu werden«: Durch Reproduktion des erlittenen Verlusts an Schiffsraum. Erst im März 1916 wurde er in verschärfter Form wieder aufgenommen. Bei Eröffnung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges am 1. wie es der Entente gelungen war. D i e Zw i s c h e n k r i e g s z e i t : finis submarinae. zum Opfer.« 5. auf halbem Wege in sein Operationsgebiet vor der amerikanischen Ostküste. der schon 1916 zwischen Malta und Kreta – noch unter Prisenordnung – so herausragend kämpfte. zielte auf diese Verletzlichkeit. Admiral Scheer resümierte.S y s t e m Trotz der immensen Gesamterfolge des Jahres 1917. Großbritannien von der Versorgung abzuschnüren und zum Frieden zu zwingen. was selbst im von den Alliierten so genannten »Schreckensjahr« 1942 nicht mehr erreicht wurde. deren Ablieferung sich zu Kriegsbeginn auf Grund von Problemen mit den Dieselmotoren verzögert hatte. Das bedeutete Versenkung ohne Vorwarnung – selbst neutraler Schiffe – in den zu Sperrgebieten erklärten Gewässern um die britischen Inseln. war der politische Schaden immens. Mehr als 150 U-Boote waren 1917 insgesamt für den Fronteinsatz verfügbar. Arnauld de la Perrière liegt in unmittelbarer Nähe Scharnhorsts auf dem Invalidenfriedhof in Berlin begraben. dass er auf seiner erfolgreichsten Feindfahrt 90. einige Quellen nennen über neun Millionen BRT. Tirpitz. die den Anhängern des U-Boot-Krieges und ihrem Einfluss auf den zaudernden Kaiser Auftrieb verliehen. Im Ganzen sind 360 U-Boote . . Wirksames Gegenmittel der A l l i i e r t e n : D a s Ko n v o i . gab dem Krieg die entscheidende Wende. Am 14. Februar 1917.

bei dem bereits Handelskrieg gegen England geübt worden war. wenn der nächtliche Überwasser-Nahangriff die Taktik prägte. Die von Dönitz entwickelte »Rudeltaktik« griff die Tirpitzsche Idee der Massierung von kleinen Torpedobooten und deren taktische Führung und Zusammenarbeit wieder auf und übertrug sie auf das UBoot. Zudem hatte Raeder immer noch die Zusicherung Hitlers. sprachen gegen die einseitige Bevorzugung des U-Bootes im Flottenbauprogramm. der Abschied vom U-Boot als Einzelfahrer nahm. die in den 500-Tonnen-Typ VII und den späteren. Das damit verbundene Risiko durch das Brechen der Funkstille war in Kauf zu nehmen. Als die Türkei 1925 zwei 500-Tonnen-Boote zum Bau in Rotterdam bestellte. der 1931 seine Erprobung beendet hatte und 1934 an die Türkei verkauft wurde. der Beitritt Deutschlands zum »Londoner U-Boot-Protokoll« 1936 mit der Verpflichtung zur Befolgung der Prisenordnung und auch der weitverbreitete Glaube in der Marine.000 Seemeilen erweiterten Fahrbereich. dass das seit 1917 so erfolgreiche Konvoisystem sofort bei Beginn eines zukünftigen Krieges angewendet werden würde. der nach seiner Auffassung für den atlantischen Geleitzugkampf am besten geeignet war.in britische Hände und wurden dann unter die Alliierten USA. Italien und Japan aufgeteilt. die für deren Bau zwangsläufige hohe Ressourcenbindung. Weitere 17 Boote Aufbau der U-Boot-Waffe 1935 im Marinestützpunkt Kiel flossen Haushaltsmittel der Reichsmarine. Auch in Argentinien. einen 745Tonnen-Typ. Diese Boote hatten eine schmale Silhouette. später amerikanisch »Sonar« (Sound Navigation and Ranging) die Wirksamkeit von UBooten neutralisieren könnten. Kurz nach Abschluss des deutschbritischen Flottenvertrags. bei der 20 U-Boote einen Geleitzug angriffen. Deutsche Offiziere standen über ein getarntes U-BootReferat in der Flottenabteilung in engster Verbindung mit dem Kontor in Den Haag. als Großbritannien und Frankreich mit ihrer Kriegserklärung auf Hitlers Angriff auf Polen reagierten. Admiral Raeder. Zeitgleich mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten begann trotz des weiterhin bestehenden Verbots die Planung für ein geheimes U-Boot-Bauprogramm mit zunächst sechs 250-Tonnen-Booten des Typs II A und zwei Booten der modifizierten E1-KlasMARINEFORUM 5-2007 der größeren Typen I A. hatte im Juni 1935 Kapitän zur See Karl Dönitz die Verantwortung für operative Führung und Ausbildung der UBoote übertragen und damit die Aufgabe. Er nahm den Kommandanten und den Besatzungen den Komplex. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine. Frankreich. zu realisieren. hatten dann nachts aufgetaucht durch die Sicherung zu dringen und soviel Transportraum wie nur möglich mit Torpedos zu versenken. I m Zw e i t e n We l t k r i e g b e g a n n ein gnadenloser Kampf Am 3. wie wir es heute nennen würden. ergab sich die Gelegenheit. dass das UBoot eine überholte Waffe sei.und Rückmarsch. Unter dem Tarnnamen »U-Boot-Abwehrschule« wurden ab 1. Die Vorstellungen Raeders von kampfstarken. Nach Erstortung des Geleitzuges. als Risikoflotte geeigneten Überwasserstreitkräften. Schweden und Spanien wurden Projekte zum Nachbau deutscher UBoote geplant und drei ehemalige deutsche U-Boot-Werften gründeten im niederländischen Den Haag zur Unterstützung solcher Programme ein »Ingenieurskaantor voor Scheepsbouw« (IvS). dass neue Ortungsmittel wie »Asdic« (Anti Submarine Detection Investigation Committee). eine mit 17 Knoten relativ hohe Überwassergeschwindigkeit und bei dem erst 1940 zugelaufenen Typ VII C einen auf fast 9. waren jedoch erst 51 U-Boote in Dienst gestellt und weitere 78 im Bau. VII und des 1. das Gros aus dem Typ VII bestehen. fahrunfähige und unfertige Boote wurden verschrottet – finis submarinae. 18 Boote der Typen I. Dönitz war überaus erfolgreich in der Ausbildung. wurden Gruppen von U-Booten über Funk an den Konvoi herangeführt. die 1930 abgeliefert wurden und mit Hilfe Spaniens. Im Herbst 1936 wurde Dönitz »Führer der U-Boote« – FdU. Um dieser Erwartung wirksam zu entsprechen. durch Teilhabe an diesem Programm Erfahrungen für künftige deutsche U-Boote zu gewinnen. Meldung und Fühlunghalten außerhalb der Sichtweite. hatte Dönitz auch das Oberkommando der Kriegsmarine überzeugt. legendären 750-Tonnen-Typ VII C mündeten. das die Nutzung von Schall zur Unterwasserortung erforschte. Ein Viertel des Umfangs von 300 Booten sollte aus dem für Fernunternehmungen optimierten Typ IX. dennoch fanden durch »Re-Engineering«. denn es bestand kein Zweifel. 300 Front-UBoote (100 Boote in der Überholung. Parallel dazu entstand eine Reihe von Entwürfen für Folgeprogramme. Mit Nachdruck forderte der FdU deshalb die Erhöhung der Stückzahlen. Er hatte als Ergebnis eines Kriegsspiels im Winter 1938/39. gelang es in Cadiz. 100 im Operationsgebiet) für den Geleitzugkampf gefordert. aus den zulaufenden Plattformen eine schlagkräftige U-Boot-Waffe zu formen. In einen Geheimfonds se (Typ I A) auf deutschen Werften. Die Konstruktionsunterlagen brauchten nicht übergeben zu werden. 14 Boote des kleinen Typs II 25 . wurden ab Juni 1935 bis 1937 mit den Typen II A und II B in rascher Folge insgesamt 24 kleine Boote in Dienst gestellt. ab Februar 1935 begann der Bau. Er glaubte nicht an die Wunderwirkung des Asdic – schon gar nicht. ja sie wurde Hauptaktionär des IvS. dass England in einem künftigen Krieg nicht als Gegner betrachtet werden müsse. September 1939. Oktober 1933 in Kiel die ersten U-Boot-Offiziere ausgebildet. jedoch durch vollständige Finanzierung aus dem Geheimfonds der Reichsmarine. 100 auf Hin. den IvS-Entwurf E1. VII und IX standen seit Ende August bereits in ihren Planquadraten vom Norden Schottlands bis vor Gibraltar. Im kleinen finnischen Hafen Abo entstanden nach IvS-Plänen drei weitere U-Boote der 500-Tonnen VETEHINENKlasse für die finnische Marine. aber Gleichstand bei U-Booten zubilligte. Nachdem der Erfolg dieser Taktik im Frühjahr 1939 in einer Übung in der Biskaya nachgewiesen worden war. der der deutschen Marine an der Gesamttonnage der Royal Navy zwar nur einen Anteil von 35 Prozent. deutsche Einflüsse Eingang in die U-Boot-Entwicklung der Siegermächte.000-Tonnen-Typs IX – für Aufgaben von U-Kreuzern – waren im Bau. verfolgte er einen grundlegend neuen Ansatz.

noch neutral in diesem Krieg. wurde Befehlshaber der U-Boote – BdU. die Torpedokrise. es handele sich um einen Truppentransporter. weder Prien. das Aufbringen von U559 brachte dann aber für den Rest des Krieges den »Durchblick«. 35 U-Boote gingen verloren.in der südlichen Nordsee und im Englischen Kanal. 128 von den 1. noch Schultze konnte einen Erfolg verzeichnen. Dönitz Einschätzung schien sich zu bestätigen. bei denen nach Prisenordnung aufgestoppte Handelsschiffe Notrufe mit Position an Landstellen gefunkt und in einem Fall sogar das Feuer auf U38 eröffnet hatten. Kreuzer. des »SchlüsselM« und der Quadratkarten des Atlantik am 9. Mai 1941 durch die Briten. d.4 Millionen BRT alliierten Handelsschiffsraums versenkt werden. als U110 an die Oberfläche gebombt worden war. August bereitstellte. Je intensiver also die Rudeltaktik des BdU sich auf Funkverkehr abstützte. folgenschwerer war die Kaperung der als »Enigma« bekannt gewordenen deutschen Schlüsselmaschine. Kretschmer.000 BRT sollte er erfolgreichster U-Boot-Kommandant des Zweiten Weltkrieges bleiben. umso größer wurde die Gefahr nicht nur des Eingepeiltwerdens. 1940 und 1941 konnten je 4. Die Magnet-Annäherungszünder der neuen Torpedos versagten. das kommen musste. verlor Bletchley-Park zwar für zehn Monate den Anschluss. Die Versenkung des US-Zerstörers REUBEN JAMES durch Kapitänleutnant Topp mit U522 Ende Oktober 1941 war bei diesen »rules of engagement« ein Ereignis. um die größte Schwierigkeit. Im Glauben. Die Asdic-Geräte des Geleitschutzes hatten U29 nicht orten können. Die Statistik der britischen Admiralität wies jedoch aus. zu vereinfachen. Oktober 1939 zum Konteradmiral befördert worden war. Doch schon im Februar 1940 konnte die Handvoll U-Boote – mehr waren auf Grund des zu langsamen Aufwuchses noch nicht an die Front zu bringen – einen Monatserfolg von 170. noch Kretschmer. bevor sie an britische »Escorts« übergeben wurden. die Seekriegsleitung befahl Dönitz Geheimhaltung der Umstände – die entsprechende Seite verschwand aus Lemps Kriegstagebuch. der die Informationen für die Premiere einer gelenkten . Der Dechiffrierdienst (B-Dienst) war es. Als im Februar 1942 der Schlüsselmaschine ein vierter Walzenring hinzugefügt wurde. der am 13. Kretschmer geriet in kanadische Gefangenschaft. Der torpedierte britische Flugzeugträger COURAGEOUS nahm fast die Hälfte der über 1. Zerstörer und Truppentransporter U2 Gruppenoperation von U-Booten am 28. Sie hatten Anweisung. Die deutsche Regierung leugnete die Versenkung. desto leichter wurde es den Alliierten. Diese Aktion gab dem legendären Dechiffrier-Dienst »Bletchley-Park« die Möglichkeit. durften sie aber nicht angreifen. die ganze Besatzung mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Nach der deutschen Invasion Norwegens und dem Sieg der Wehrmacht über Frankreich im Sommer 1940 war mit der von Trondheim bis La Rochelle reichenden Kette von Stützpunkten an den besetzten Küsten die ungünstige Lage im »nassen Dreieck« der deutschen Bucht Vergangenheit – besonders für die U-Boote. die im Zweiten Weltkrieg deutschen U-Booten zum Opfer fallen sollten. Mit 263. Bis zum Ende des Krieges und darüber hinaus verweigerte sich Dönitz trotz vieler Indikatoren dieser Einsicht. Die U-Boote mussten auf ihren Schusspositionen vor Norwegen britische Schlachtschiffe. 22 bzw.200 Mann starken Besatzung und 52 Flugzeuge mit in die Tiefe. Im Monat März 1941 starben mit ihren Besatzungen Prien und Schepke. das erste von fast 2. von April bis Juni 1940. setzten Zerstörer zum Geleitschutz britischer Konvois außerhalb der von Deutschland erklärten Kriegszone ein.01. etwa zeitgleich mit der Schlacht um Norwegen. Die internationale Presse bezichtigte die Deutschen der unmenschlichen Kriegführung. Zwar gelang es nur. ebenso gnadenlosen Feind. September mit U30 getaucht den Passagierdampfer ATHENIA. Meldens und des Heranholens anderer Boote sowie des nächtlichen Überwasserangriffs war erfolgreich nachgewiesen worden. fünf von 53 Schiffen aus dem Konvoi SC 2 zu versenken. deutsche U-Boote zu detektieren und zu melden. Die Angriffskoordination von vier U-Booten erfolgte von Land aus dem U-Boot-Hauptquartier. Dönitz‘ Rudeltaktik konnte mit der geringen Anzahl von Booten noch nicht funktionieren. Dann kam. nachdem ihre »Aale« die Ziele wirkungslos unterlaufen hatten. Nach Überwindung der Torpedokrise nahm der BdU mit den wenigen Booten die Rudeltaktik auf. Aber Dönitz hatte noch immer nicht mehr als 29 operative Boote. Das Jahr 1939 endete mit 800. September die Prisenordnung aufgehoben und Mitte November der uneingeschränkte U-Boot-Krieg gegen die britische und französische Handelsschifffahrt erklärt.h. mit ihren Konvois den nun bekannten Aufstellungsräumen der U-Boote auszuweichen. Lüth und Topp wurden zu U-Boot-Assen und nicht zuletzt auch zu Helden der Nazi-Propaganda. Dönitz.500 Handelsschiffen. wurde von der deutschen Führung ab 30. Aufklärungsflugzeuge der Luftwaffe standen ihm nicht zur Verfügung. Die U-Boote führten nun ohne die Restriktionen der Prisenordnung einen – trotz vieler humaner Aktionen von Kommandanten – gnadenlosen Kampf gegen einen zum Durchhalten entschlossenen. deutsche Funksprüche fortan in quasi Echtzeit zu entziffern. Fähige Kommandanten wie Prien und geschickte Taktiker und Menschenführer wie Schultze. Der Verlust von über 100 MARINEFORUM 5-2007 U219 Probefahrt 20. Im Vergleich dazu waren im Ersten Weltkrieg 29 Monate bis zu dieser Maßnahme vergangen. Nach mehreren Zwischenfällen. dass nur sieben der 164 seit Kriegsbeginn 26 versenkten Schiffe aus geschützten Konvois heraus versenkt worden waren.400 Passagieren der ATHENIA kamen ums Leben. der bereits am 1. versenkte Kapitänleutnant Lemp an jenem 3. Prien – nun der »Stier von Scapa Flow« – wurde mit dem Ritterkreuz. September erstmals gegen ein Kriegsschiff erfolgreich. aber das Prinzip des Fühlunghaltens. sondern auch der Preisgabe der Spruchinhalte.000 BRT verzeichnen. 250 Seemeilen westlich der Hebriden. der U-Boot-Positionen. Oktober in die geschützte Reede der britischen HomeFleet in Scapa Flow eindrang und das alte Schlachtschiff ROYAL OAK versenkte – 833 Mann fanden den Tod. September nach Prisenordnung die ROYAL SCEPTRE. U48 versenkte am 5. das erstmalige Auffinden eines Konvois. Der propagandistisch wirkungsvollste Coup gelang Kapitänleutnant Prien mit U47. Den großen Rückschlag brachte der britische Dechiffrierdienst So tragisch jeder einzelne Verlust eines UBootes war. U29 war am 17. Schepke. Die Vereinigten Staaten.000 BRT versenkten Schiffsraums bei neun verlorenen Booten. Die Grundlagen für die großen Geleitzugschlachten der kommenden beiden Jahre waren gelegt.43 U207 auf Probefahrt ziehen lassen. Keines der U-Boot-Asse. die Verluste hielten sich mit den Neuzugängen die Waage.

Es erwies sich nun als fatal. die Versorgungslage des Inselreichs schien ernsthaft gefährdet. kam der Front erst im Februar 1944 zugute und die Nachrüstung aller Boote sollte bis November dauern. nicht abgedunkelte Schiffe zur leichten Beute wurden. Die erste wirklich nennenswerte Maßnahme. Die Atlantikschlacht war für den Rest des Krieges verloren. bei einem Verlust von 15 deutschen U-Booten.000 – mehr als die Alliierten nachbauen konnten. Der britische Historiker 27 . In den ersten sechs Monaten des Jahres 1942 konnten die U-Boote in diesen Gewässern.und seegestützte Abwehr immer stärker geworden war. Die alten Boote trugen in den letzten beiden Kriegsjahren die Last eines hoffnungslosen Kampfes mit unverminderter Härte und ungeheuren Verlusten weiter und untermauerten so bis zum bitteren Ende den »Mythos der Grauen Wölfe«. britische Version »Squid«. Unter Wasser war eine Höchstfahrt von sieben Knoten für maximal 30 Minuten schen Ozean.B.amerikanischen Marineangehörigen half Präsident Roosevelt. die ab 1942 mit einer monatlichen Rate von 60 Einheiten zuliefen. der Würgegriff des Handelkrieges gegen Großbritannien wurde immer fester. Insgesamt büßten die Alliierten in diesem Monat in allen Seegebieten 105 Schiffe mit etwa 600. Als Dönitz der Gruppe »Landwirt« am 6. Ende des Jahres 1941 waren 35 der in Sektionsbauweise gefertigten LIBERTY-Ships abgeliefert. Für die Front jedoch kamen sie zu spät. machte es den U-Booten trotz steigender Erfolge unmöglich. denn der technische Rückstand gegenüber der alliierten U-Boot-Jagd machte sich nun massiv bemerkbar. die öffentliche Meinung für seine Absicht der direkten Intervention gegen Hitler zu gewinnen. Als U-Boot Typ XXI beim Luftangriff auf der Fahrt nach Norwegen durchhaltbar. schwenkte Dönitz auf eine Zwischenlösung um: Unter Verwendung des strömungsgünstigen Bootskörpers eines nicht serienreifen Walter-U-Bootes vom Typ XVIII entstand mit Hilfe der Einrüstung großer Hochleistungsbatterien der Hochseetyp XXI mit 17 Knoten Unterwasserhöchstfahrt und als kleineres Derivat der Küsten-Typ XXIII. den verfügbaren Transportraum entscheidend zu dezimieren. Nach Meinung des britischen Historikers Roskill errangen vor allem die wenigen Flugzeuge auf den im Geleitzug fahrenden »Eskort-Trägern« in Kombination mit den ca. Mitte Januar 1942 stand Kapitänleutnant Hardegens U123 vor der Einfahrt nach New York. Die technische Überlegenheit der Gegner und das Ende der Atlantikschlacht Im März 1943 erlebte die Schlacht im Atlantik ihren Höhepunkt. im Geleitzugkampf den »bisher größten Erfolg« erzielt zu haben. stiegen auch ihre Verluste. katapultierbare Wasserbomben. die Zahl der alliierten Schiffsneubauten – insbesondere durch die LIBERTY-Ships – begann jedoch jene der durch U-Boote versenkten Schiffe zu übersteigen. Unmittelbar nach der deutschen Kriegserklärung an Amerika nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor holte Dönitz zum »Paukenschlag« aus. waren nur acht der 26 Boote umfassenden Gruppe mit Schnorchel nachgerüstet – 13 gingen in dieser Operation verloren.000 BRT bringen. Darüber hinaus war es gelungen. Januar hatte der U-Boot-Bau zwar absolute Priorität erhalten. In einem beispiellosen Bauprogramm wurden 170 dieser Boote von Juni 1944 bis April 1945 fertiggestellt und zum großen Teil eingefahren. Man fuhr unverändert mit den auf hohe Überwasserfahrt optimierten Booten des Konstruktionsstandes der späten 30er Jahre gegen den Feind. dass nach den ersten Überraschungsangriffen auf die Konvois die luft. das atlantische »Gap«. dass wenig zur schrittweisen Verbesserung der bewährten Bootstypen geschehen war. Im April 1943 gingen 16 U-Boote verloren.3 Millionen BRT in diesem Jahr. Im gleichen Maße wie die Baurate der U-Boote wuchs. bei einem eigenen Verlust von nur vier Booten. amerikanische Version »Hedgehog«) hilflos ausgeliefert. die Lücke in der Luftabdeckung. Die nur zum stundenweisen Tauchen fähigen und auf die Wasseroberfläche angewiesenen Boote waren den modernen elektromagnetischen Ortungsverfahren mit Hochfrequenzradar und Funkpeilung. im Mai die ungeheure Zahl von 41 – das war ein Boot pro versenkten Frachter.T. aber die kritische Bewertung ergab. den weiterentwickelten Asdic-Geräten. Erstmals stand Admiral Dönitz‘ Wunschzahl von 100 U-Booten in den Einsatzgebieten. nämlich die Nachrüstung des Standardbootes VII C mit Schnorchel. einschließlich der Karibik. Das amerikanische Bauprogramm dieser einfachen 10.000 BRT Handelsschiffe. das Geleitzugsystem offensichtlich der Rudeltaktik nicht mehr gewachsen. die folgten. 15 Langstreckenmaschinen des »Coastal Command« den Durchbruch. den erwähnten kryptoanalytischen Erfolgen des Gegners und der neuen Waffentechnik (z. Die UBoot-Führung stellte zwar fest. sahen eine wie im Frieden beleuchtete Küste. konnten die Erfolge im Juli 1943 noch einmal über 200. der Operation gegen die Schifffahrt vor der US-Ostküste. Juni den Angriff auf die Invasionsflotte befahl. die z. Ende Mai rief Dönitz erstmals alle U-Boote aus dem Nordatlantik zurück. Er und weitere Boote. fortan in die Kriegszone einzufahren und billigte schließlich Mitte November auch die Bewaffnung der Schiffe. wo sie zur Schädigung des atlantischen Nachschubs nicht beitragen konnten. Der Kongress erlaubte es US-Handelsschiffen. U-Boote aus strategischen Gründen aus dem Handelskrieg abzuziehen und ins Mittelmeer und nach Nordnorwegen zu verlegen. Durch diese Erfolge in die Höhe getrieben überstieg im Juni die monatlich vernichtete Tonnage erstmals die Marke von 700. zu schließen. die meisten U-Boote von Flugzeugen unter Wasser gedrückt wurden und dann langen VerMARINEFORUM 5-2007 folgungen mit Wasserbomben ausgesetzt waren. Wie war es plötzlich soweit gekommen? Die Gründe sind vielfältig: Nach Ernennung Dönitz’ zum Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und Beförderung zum Großadmiral am 30. Im November 1943 zog Dönitz die U-Boote für den Rest des Krieges von den nordatlantischen Konvoirouten zurück – die »Grauen Wölfe« waren von Jägern zu Gejagten geworden. Hinzu kam Hitlers Befehl. Insgesamt verloren sie 8. Man wollte als nächste U-Boot-Generation gleich den technologischen Quantensprung: Das mit einer Walterturbine getriebene »totale Unterseeboot« mit bis zu 25 Knoten Unterwassergeschwindigkeit. vor deren Hintergrund einzeln fahrende.000 BRT ein. Nur die »Monsun-U-Boote« im Indisich eine frontreife Realisierbarkeit nicht schnell genug abzeichnete. von in japanischer Hand befindlichen indonesischen Stützpunkten aus operierten. 400 Frachter versenken.

In Seegebieten eindeudingungen besonderen operativen Ansprütiger gegnerischer Überlegenheit wie der mittchen genügen. operieren die Boote seit dem dritten Jahrzehnt ihrer Indiensthaltung routinemäßig im gesamten Mittelmeer und standen der US-Navy schon mehrfach in den »Littorals« von Neuengland bis in die Karibik als herausfordernde Übungspartner gegenüber. im Zweiten Weltgeeignete Mittel zur maritimen Vorneverteidikrieg LI auf Korvettenkapitän »Teddy« Suhrens gung. dass sie eben nicht »nur« Küsten-U-Boote sind. In der Ostsee mit ihren geringen Wasstreitkräften für die Bundesrepublik Deutschsertiefen und ihrer begrenzten Ausdehnung land wurde das U-Boot deshalb frühzeitig in stand den Warschauer-Pakt Marinen die gedie Planungen einbezogen. Ujagdverbände konnten innerhalb weniger dem Gegner die ungehinderte Nutzung der Stunden. Eine ganze Reihe von ihnen kennengelernt zu haben. indem er schrieb: ». WILHELM BAUER. der den enormen Herausfor- U HAI und U HECHT 1957 U-Boote hatten die Hauptlast des Seekrieges getragen.und Tiefensteuereigenschaften. Der Aufbau einer neuen deutschen U-BootWaffe ist gekennzeichnet durch die Deutschland auferlegte Beschränkung durch die WEU auf 500 Tonnen.« Von 40. Während bis dahin die beiden Randmeere Nord. Die aus den Vorgängerbooten mitzuwirken. mit keinem anderen Seekriegsmittel wussten die Deutschen besser derungen des Auftrags gerecht werden umzugehen. Bei der Klasse U206 A handelt es sich um ein konventionelles. HAI und HECHT. die die Annalen der Royal Navy oder der amerikanischen U-Boot-Fahrer verunstalten. sie kämpften einen unvorstellbar stoischen.600 zwischen 1934 und Kriegsende ausgebildeten U-Boot-Fahrern waren 30.246 auf See geblieben. Lageerarbeitungs. diese Apokalypse zu überleben. auf den Einsatz in der Ostsee optimiertes Einhüllenboot. In der Nordsee und angrenzenden SeeU564. nicht mehr zum Einsatz gekommenen Bootstypen des Zweiten Weltkriegs profitieren und sich mit Technik und Handhabung vertraut machen. sind noch unter uns. Im typischen Einsatzprofil des 28 der sechziger Jahre – U201 und 205 – hervorgegangene Klasse U206 wurde mit 18 Einheiten zwischen 1973 und 1975 in Dienst gestellt und brachte die U-Boot-Stückzahl des Kalten Krieges zusammen mit sechs Booten der Klasse U205 auf 24. durch die Schaffung einer industriellen Basis und durch die Suche nach einem Bootstyp. Das Boot hat ausgezeichnete Manövrier. tapferen und insgesamt sauberen Krieg mit nicht mehr brutalen Ausnahmen als jene. durch beck« (IKL) auf der Basis des kleinen KüstenBekämpfung gegnerischer U-Boote und ÜberU-Bootes vom Weltkriegstyp XXIII eine techwasserstreitkräfte an der Gebietssicherung nische Antwort. Ab Ende der 80er Jahre wurden zwölf Boote zur Klasse U206 A modernisiert und die Klasse U205 nach und nach ausgephast. Keine Waffengattung hatte einen so hohen Blutzoll gezahlt. konnte die junge Bundesmarine noch von der Genialität der letzten. die Biskaya und die Gewässer um die britischen Inseln das Übungsgebiet abgrenzten..und Ostsee. war eine wichtige Erfahrung. 790 von den 1. Männer. Die geringe Größe von nur 500 Tonnen bietet der Aktiv-Sonarortung ein kleines Zielmaß. nicht in dem Maße galten. Deutschland wird zum We l t m a r k t f ü h r e r b e i d e n nicht nuklearen U-Booten Weitere Besonderheiten von U206 A sind die amagnetische Bauweise aus Austenit-Stahl und die geringe Eigengeräuschabstrahlung.. Die militärischen Einsätze der Boote im östlichen Mittelmeer im Rahmen der Operation Active Endeavor als Beitrag zum Kampf gegen den internationalen Terrorismus gehen nun ins dritte Jahr. Acht dieser mit neuen Sonar-. Bei der Aufstellung von Seekonnte. Sie haben längst nachgewiesen. Deutsche U-Boote mussLandfront zu verwehren und Landungsoperaten deshalb für den Einsatz unter diesen Betionen zu verhindern. Daraus ergibt sich auch eine weitgehende Unempfindlichkeit gegen Seeminen mit Magnet.162 gebauten U-Booten der Kriegsmarine wurden zu ihren »Eisernen Särgen«.Peter Padfield zollte bei aller Kritik an der deutschen Gesamtkriegführung den deutschen U-Boot-Fahrern in seinem Werk »War Beneath the Sea« höchsten Respekt. Mit drahtgelenkten Schwergewichtstorpedos DM 2 A3 für Seezielund U-Boot-Bekämpfung in acht Torpedorohren bringen die Boote eine relativ hohe Waffenzuladung an den Gegner. Diese Merkmale wurden von der U-Boot-Rüstungsindustrie mit ihren beiden Bauwerften HDW in Kiel und MARINEFORUM 5-2007 . Im Falle eines Angriffs durch den bis in die Lübecker Bucht zur Verfügung. Erste Anfänge gesamte Südküste vom Finnischen Meerbusen hen auf das Jahr 1957 zurück. Die im Verhältnis zur Bootsverdrängung mächtige Fahrbatterie erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Knoten getaucht. Vor dem Hintergrund der völlig veränderten strategischen Lage Westdeutschlands als Frontstaat der NATO konnte das U-Boot nicht mehr Plattform zur Führung von U-Boot WILHELM BAUER ozeanischem Handelskrieg sein. die das Glück hatten. Das Ende des Kalten Krieges stieß für diesen einzigartigen Entwurf quasi das Fenster zu neuen Horizonten auf. Warschauer Pakt galt es jetzt für die Marine. Durch Hebung und Grundüberholung eines selbst versenkten Hochseebootes Typ XXI und zweier Küstenboote Typ XXIII. Die U-Boote der Bundesmarine sind durch die völlig neue strategische Situation geprägt Kalten Krieges kam es darauf an. die Norwegensee. fliegende Ujagdmittel innerhalb von Ostsee als Rollbahn zur Unterstützung seiner Minuten auftreten.und Akustikzündern sowie gegenüber der magnetischen Anomalieortung aus der Luft (MAD). die über mehrere Stunden gehalten werden kann. fand mit seinem »Ingenieurkontor Lügebieten war es Auftrag der U-Boote. so dass es schon bei Wassertiefen von unter 20 Metern getaucht fahren kann.und Waffeneinsatzsystemen dem damaligen Stand der Waffentechnik angepassten Einheiten sind noch im Dienst und bilden nach wie vor das Rückgrat der deutschen U-Boot-Waffe. wie sie für die meisten Marinen leren und östlichen Ostsee waren kleine. den Vorteil der Unsichtbarkeit und Schwerortbarkeit des U-Bootes bis zum Waffeneinsatz und darüber hinaus zu erhalten und den Gegner zu überraschen. kompakte U-Boote mit hoher Kampfkraft das Professor Ulrich Gabler.

rischer Seestreitkräfte. Vor allem aber bedeutete es weitgehende Außenluftunabhängigkeit und Signaturarmut in den Bereichen Akustik. Im bedarfsbegrünportentwürfe des IKL. Auftrag und Umfang der Streitkräfte. übertragen. Obwohl ein operativer Bedarf von acht U-Booten besteht. Heute mehr denn je bedarf es eines großen Aufwands von U-BootJagdmitteln in allen drei Dimensionen. mit Schwerpunkt in der higkeit: Das tiefgetauchte Operieren über Ostsee. sondern sind seither bei zahlreichen Marinen im Einals Schwerpunkt des Operationsgebiets wersatz. wie zum Bösen Die Stärke des U-Bootes ist auch nach 100 Jahren noch seine »Unsichtbarkeit«. Ein operativer Bedarf von acht U-Booten ist in der Konzeption der Bundeswehr festgelegt. die strategische Lage des wiedervereinten Deutschlands. allein oder im Verbund mit anderen des Kalten Krieges ist. Die Merkmale sind offensichtlich so überden »die europäischen Seegebiete und der zeugend. Magnetik. die in einer Flüssigelektrolyt-Version an U30 S 179 Kl 206 A mit Minengürtel Land und an Bord eines U-Bootes für die betriebliche Eignung ausgiebig erprobt worden war. bis schließlich 1994 der Bauvertrag über ein 1. Loses sind noch nicht in der Bundeswehrplanung abgebildet. Kampf gegen Landungsverbände in der Danziger Bucht und Gebietssicherungsoperationen in der Norwegensee bis hin zur U-Boot-Jagd im Nordmeer. Los von zunächst vier Einheiten geschlos. Als Hauptaufgaben lang. die Rüstungsschwerpunkte. Am 3.U31 Klasse 212 A MARINEFORUM 5-2007 mehrere Wochen ohne externe Luftzufuhr. zum Weltmarktführer im nicht-nuklearen von U212 werden genannt: Langanhaltende U-Bootbau aufzusteigen. Loses U212 A – zunächst auf sechs Plattformen absinken. einsetzbar sein. lässt sich an der »Taktischwimmenden und fliegenden U-Boot-Jagdschen Forderung« vom Dezember 1987 ablekräften.500-Tonnen-EntBekämpfen von Überwasserzielen und Uwurf U212 in seinen Anfängen noch ein Kind Booten. unentdecktes Aufklären und ßig Jahre lang kein neues U-Boot mehr in Überwachen von Seegebieten. Mit dem glasfasergelenkten Schwergewichtstorpedo DM 2 A4 erreicht es Kampfentfernungen bis weit über den Horizont hinaus. um allein die Anwesenheit eines UBootes festzustellen – und eines noch größeren Aufwands. Im September 2006 wurde der Bauvertrag für das 2. das Verteidigungsbudget – nichts war mehr wie zuvor.und Koalitionspartnern im kontinuierlichen Einsatz. U34. Seit 1987 hatte sich so einiges in der Welt verändert – das sicherheitspolitische Umfeld. Das bedeutete Fähigkeiten zur getauchten Flachwasserpassage aus dem Stützpunkt Eckernförde über die nur 17 Meter tiefe Kadetrinne südlich der dänischen Insel Falster. Die Deutsche Marine befindet sich in den vier Jahren seit der Eröffnung des Kampfes gegen den Terror – auch mit U-Booten – in entfernten Seegebieten mit Bündnis. herkömmlichen Fahrbatterie ist U212 A ein »Hybrid-Boot«. Erlangen. um das Unterwasserspektrum der Seekriegführung abdecken zu können. Hydrodynamik und Wärmeabstrahlung. ein modernes FüWES (Führungsund Waffeneinsatzsystem) und eine Reihe von Hochleistungs-Sonarsystemen und neuartigen Kommunikationsanlagen befähigen das Boot zur effizienten Auftragserfüllung. Befähigung zu NetOpFü und Integration zusätzlicher Systeme sowie technisch weiter entwickelter Komponenten unterscheiden es vom 1. Sie erforderten Anpassungen und Nachsteuerungen. Zur Jagd auf ein U-Boot mit derart ausgeprägten »Stealth«-Eigenschaften wie U212 A sind 29 . um es zu klassifizieren oder gar zu bekämpfen. Dass Seegebieten und Seeverbindungslinien durch der daraus entstandene 1. dem 1996 Italien mit zwei Nordseewerke in Emden auch auf größere Exweiteren Booten beitrat. Los. und das BrennstoffzellenModul mit Feststoffelektrolyt. in Dienst gestellt. damit die Boote ab 2012 zulaufen können. Siemens. unterstützt durch Mittel des Bundes. Los der Klasse U212 A mit zwei weiteren Einheiten geschlossen. wird der Gesamtumfang der deutschen U-Boot-Waffe ab 2012 – nach Außerdienststellung der letzten Einheiten der Klasse U206 A und Zulauf des 2. Zwei Boote eines 3. Zur Signaturverringerung wurde die bewährte amagnetische Bauweise beibehalten. Mai diesen Jahres wird das letzte Boot des 1. Sichern von SeegebieAn einem Nachfolgemuster für die Zeit nach ten und Schlüsselpositionen sowie Verwehren der Lebensdauergrenze der Klasse U206 wurder ungehinderten gegnerischen Nutzung von de seit den achtziger Jahren gearbeitet. Loses. Die mit dem größten Entwicklungsrisiko behafteten Komponenten bei U212 waren der permanent erregte Antriebsmotor. ein Permasyn-Motor der Fa. sen. Verbesserte nichtakustische Aufklärungskapazitäten durch moderne Sehrohre. Daran gilt es zu arbeiten. Für die verbundene Kriegführung im Zusammenspiel mit eigenen und verbündeten Einheiten aller Teilstreitkräfte ist darüber hinaus die Fähigkeit zur Vernetzten Operationsführung (NetOpFü) unverzichtbar. Schlussbemerkung: Einzigartige militärische O p t i o n e n f ü r d i e Po l i t i k – zum Guten. mit dem die Außenluftunabhängigkeit erreicht werden sollte. schiffbaulich jedoch wird es weitgehend identisch sein. Schon seit Beginn der 80er Jahre hatte die Industrie.sen werden konnte. Darin heißt es. Auf Grund der Kombination von Dieselgenerator und der nach wie vor für Höchstfahrt erforderlichen. an der Entwicklung einer für U-BootAntriebe geeigneten Brennstoffzelle gearbeitet. die zu einer zweieinhalbjährigen Verzögerung führten. obwohl die eigene Präsenz im Operationsgebiet ohne regionale Marine nach Ablieferung der Klasse U206 dreiEinschränkung. Zusammen mit technischen Problemen bei der Entwicklung waren diese Rahmenbedingungen erschwerend für die Realisierung eines so anspruchsvollen Projekts wie U212. wie U209. Binden gegneDienst stellte. denden Phasendokument vom Mai 1994 war Weit über 100 U-Boote deutscher Provenienz nun keine Rede mehr von der Ostsee. das Boot müsse uneingeNeun Brennstoffzellenmodule zu je 34 KW schränkt und flexibel in allen Teilen des verleihen dem Boot seine herausragendste FäOperationsgebietes. dass es der deutschen Industrie geNordatlantik« festgelegt.

wie sie deutsche U-Boote in beiden Weltkriegen und auch im Kalten Krieg nie erfahren haben. Das U-Boot ist ein enormer »Force Multiplier«. Was Otto Weddigen mit seinen spektakulären Versenkungserfolgen 1914 auslöste. weil ein Vielfaches an U-Boot-Jagd-Plattformen gebunden – oder sogar eine ganze Flotte neutralisiert werden kann.und U-Boot-Kräfte fähig. beginnt bereits seine Wirkung.nur eine Handvoll Marinen überhaupt in der Lage – und die zählen zu unseren Verbündeten oder Freunden – eine Situation. Jahrhunderts können den Vorteil der Unsichtbarkeit erheblich besser nutzen. Es verwehrt dem Gegner die ungehinderte Nutzung von Seegebieten und Seeverbindungslinien und ist zu vernichtenden Schlägen gegen seine Überwasser. gilt heute in erhöhtem Maße: Wird ein U-Boot im Operationsgebiet auch nur vermutet. Insbesondere das rela- U29 dicht unter der Wasseroberfläche tiv kleine. als die in Wahrheit nur über die Qualität von »Tauchbooten« verfügenden Einheiten des letzten Jahrhunderts. Unsere mit außenluftunabhängigem Antrieb ausgerüsteten »echten Unterseeboote« des 21. außenluftunabhängige U-Boot mit hoher Kampfkraft und hervorragenden »Stealth«-Eigenschaften wie U212 A kann vor .

. wenn für Folgeoperationen ein sicheres Umfeld geschaffen werden muss. Überwachung und Sicherung von Seeräumen. leitet im Verteidigungsministerium das Referat für U-Boot-Rüstung. mit U-Booten befassten Verwendungen. dass diese Plattformen über 100 Jahre auf Grund ihrer herausragenden technischen und operativen Merkmale. verbündete Überwasser-Seekriegsmittel wegen gegnerischer Überlegenheit oder andere U-Boote wegen ihrer Größe nicht eingesetzt werden können. dann lässt sich feststellen. Feststellen militärischer und einsatzrelevanter nichtmilitärischer Aktivitäten. vor allem aber durch Professionalität und Moral ihrer Besatzungen auf einzigartige Weise die militärischen Optionen in den Händen der politischen Führung erweiterten – zum Guten. besonders dann. einem freiheitlichen. wie zum Bösen. Beiträge zur Krisenfrüherkennung. Darüber hinaus gewinnt für U-Boote zunehmend die Rolle der verdeckten Aufklärung und Nachrichtengewinnung an Bedeutung. Der Autor. dort wo eigene bzw. demokratischen Rechtsstaat zu dienen – und schon gar nicht der schönsten Sache der Welt nachgehen zu dürfen: U-BootFahren im Frieden. seit 37 Jahren mit Unterbrechungen in verschiedenen. Die meisten unserer Vorgänger auf U-Booten hatten nicht das Privileg.gegnerischen Küsten – in den Littorals – diese Rolle erfolgreich übernehmen. Zieht man die Fähigkeiten deutscher U-Boote aller Epochen in Betracht. Aufklären von Objekten an Küsten und in Häfen – diese Aufgabenliste ließe sich beliebig fortsetzen. Das sei den Nachfahren der leidgeprüften und in so großer Zahl in der Tiefe des Meeres ruhenden U-Boot-Fahrer zweier Weltkriege auch weiterhin gewünscht.