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Effekte musikalischer Improvisation auf kreatives Denken in Musik. Eine Replikationsstudie [Effects of improvisation on...

Poster · September 2017


DOI: 10.13140/RG.2.2.20979.84007

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Kai Stefan Lothwesen


University of Hamburg
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Effekte musikalischer Improvisation auf kreatives
Denken in Musik. Eine Replikationsstudie
Djürko Züchner ,
1* Sven Düerkop1 & Kai Lothwesen2
1 Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik, Universität Bremen
2 Institut für Systematische Musikwissenschaft, Universität Hamburg

* Kontakt: djuerko@gmx.de

1 Hintergrund 2 Fragestellung
Improvisation gilt als unmittelbarer Ausdruck musikalischer Kreativität Sind Effekte von Improvisation auf die Entwicklung musikalisch-kreativen
(Bullerjahn, 2005; Lehmann, 2005). Empirische Befunde verweisen auf Denkens im Kindesalter über standardisierte Testverfahren im Rahmen
Zusammenhänge (Swanwick & Tilmann, 1986; Kratus, 1989), bedingte einer Intervention beobachtbar?
Effekte gezielter Unterweisung auf musikalisch-kreative Leistungen sind
noch weitgehend unterforscht. Eine jüngere Interventionsstudie mit Measure of Creative Thinking in Music – MCTM II (Webster, 1994)
standardisiertem Testverfahren (MCTM-II, Webster, 1994) belegt einen Produk(onstest Verklanglichung von Ereignissen, Geschichten, Bildern
signifikanten Anstieg kreativer Leistungen in der Experimental-gruppe (Einzeltestung, Imi,eren und Variieren rhythmischer Pa\erns
Alter 6 bis 10 Zehn Aufgaben, gegliedert in drei Teile:
und führt dies auf die Beschäftigung mit musikalischer Impro-visation Jahre) •  Explora,on/Erkundung (Instrumente, musikalische Parameter)
zurück (Koutsoupidou & Hargreaves, 2009). •  Anwendung (Erfinden kurzer Musikstücke mit einem Instrument)
•  Synthese/Verbindung (offene Aufgaben, visuelle und formale Reize)
Auswertung Musical Extensiveness (ME: zeitlicher Umfang der Testantwort in
(Scoring) Sekunden)
3 Design und Methoden Musical Flexibility (MF: Änderungen in Dynamik, Tempo und Tonhöhe)
Musical Originality (MO: musikalischer ‚Einfallsreichtum‘)
•  quasi-experimentelle Interventionsstudie (Tab. 1) Musical Syntax (MS: Wiederholung, Kontrastbildung und Sequenzierung)
•  Measure of Creative Thinking in Music (Tab. 2, Abb. 1) Reliabilität und Inhaltsvalidität: Expertenurteile (Komponisten, Musikpädagogen,
Validität Psychologen)
•  Fragebogen zu eigenen musikalisch-kreativen Aktivitäten Konstruktvalidität: Faktorenanalyse (divergentes, konvergentes Denken)
Kriteriumsvalidität: Lehrerurteile (Korrela,on mit Testergebnissen)
Reliabilität: zufriedenstellende Werte mit teils großer Streuung
Replika(on Koutsoupidou & Hargreaves (2009) Tab. 2 Kurzcharakterisierung des MCTM-II
Design Interven,onsstudie mit Gruppenvergleich (Quasi-Experiment) Mikrophon
Verstärker/Lautsprecher
Unterrichtseinheit (6 Wochen) Unterrichtseinheit (24 Wochen)
Treatment •  improvisa,onsprak,scher Unterricht (EG)
•  lehrerzentrierter Musikunterricht (KG) Tempelblocks VERSUCHSLEITER/IN

Ball
Measure of Crea+ve Thinking in Music II (Webster, 1994) KIND
Methoden • Fragebogen musikalisch-
Audio Aufnahmegerät
krea,ve Ak,vitäten
N = 59 (20 EG, 15 KG) N = 25 (12 EG, 13 KG) Videokamera

S,chprobe •  Alter: 10-12 Jahre (AM = 10,41; SD = 0,59) •  Alter: 6 Jahre


Videorecorder
•  klassenweise Gruppierung •  klassenweise Gruppierung

Tab. 1 Gegenüberstellung Forschungsdesign und Methoden von Replikation und Originalstudie Abb. 1 Schematischer Aufbau der Versuchsaufbau des MCTM-II und Realisierung

4 Ergebnisse
Scoring Beurteilt wurden nur vollständige Testversuche (n = 33; EG = 19, KG = 14). Die Rater*innen (n = 65) erhielten zufällig ausgewählte Testauf-
gaben und schwanken in ihren Bewertungen (Musikalische Flexibilität: κ = .20, Musikalische Originalität: κ = .22, Musikalische Syntax: κ = .15).
Testleistungen Die Gesamtwerte verändern sich (Abb.2), zeigen aber keine signifikanten Gruppenunterschiede in den Testleistungen (MCTM-IId,
Prä-Test: F[1,31] = 0.542, p = .467; Post-Test: F[1,31] = 0.976, p = .331). Innersubjekteffekte sind nicht signifikant (F[1,31] = .393, p = .535), jedoch
zeigen sich signifikante Interaktionseffekte (Testleistungen X Gruppe: F[1,31] = 4.519, p = .042).
Im Vergleich mit der KG verzeichnet die EG stärker gesteigerte Testleistungen (Abb. 3), so z.B. in den Faktoren Musikalische Flexibilität (Post-Test:
F[1,31] = 5.53, p = .025) (Abb. 4) und Musikalische Originalität (Prä-Test: F[1,31] = 3.95, p = .056).
Die zeitliche Dauer der Testantworten (Musikalische Extensivität) unterscheidet sich nicht signifikant (t[31] = -.46, p = .650).

Abb. 2 Entwicklung kreativen Denkens in Musik Abb. 4 Varianzanalyse der Rohwerte


Abb. 3 Steigerung der Testleistungen (z-Werte)
(Gesamtwert MCTM-IId = MF + ME + MO + MS) für den Faktor Musikalische Flexibilität

5 Diskussion
Grundsätzlich sind die Befunde der Referenzstudie zu bestätigen: improvisationsfördernder Unterricht wirkt positiv auf musikalisch-kreatives Denken.
Veränderungen in den Faktoren Musical Extensiveness und Musical Flexibility sind als Lerneffekte diskutierbar, die durch Vertrautheit im Umgang mit
musikalischen Parametern und den Abbau etwaiger Ängste vor freiem Musizieren gefördert sein könnten. Eine Beeinflussung der Faktoren Musical
Originality und Musical Syntax erstreckt sich möglicherweise über eine längere zeitliche Dauer und konnte hier in Abgrenzung zur Referenzstudie
nicht abgebildet werden.
Reliabilität und Validität des MCTM-IId konnten nicht hinreichend nachgewiesen werden. Zwar sind die von Webster (1994) angegebenen Werte
tendenziell zu bestätigen, jedoch sind hohe und verlässliche Interrater-Reliabilitäten nicht erkennbar.
Literatur: Bullerjahn, C. (2005). Kreativität. In H. de la Motte-Haber & G. Rötter (Hrsg.), Musikpsychologie (= Handbuch der Systematischen Musikwissenschaft, Bd. 3, S. 600–619). Laaber: Laaber •
Koutsoupidou, T. & Hargreaves, D. J. (2009). An experimental study of the effects of improvisation on the development of children’s creative thinking in music. Psychology of Music, 37 (4), 251–278 • Kratus, J.
(1989). A time analysis of the compositional processes used by children ages 7 to 11. Journal of Research in Music Education, 37 (1), 5–20 • Lehmann, A. C. (2005). Komposition und Improvisation: Generative
musikalische Performanz. In T. H. Stoffer & R. Oerter (Hrsg.), Allgemeine Musikpsychologie (= Enzyklopädie der Psychologie, D, VII Bd. 1, S. 913–954). Göttingen: Hogrefe • Swanwick, K. & Tillman, J. (1986). The
Sequence of Musical Development. A Study of Children's Musical Compositions. British Journal of Music Education, 3 (3), 305–339 • Webster, P. R. (1994). Measure of Creative Thinking in Music (MCTM-II).
Administrative Guidelines (dt. Übersetzung von A. Bauer & K. Lothwesen) [Manuskript]

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