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REISE

Franciacorta:
Golfen im

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m Feinkostladen

Loch 11 im Franciacorta Golf Club: Eine Orgie in Wasser.

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Das Buch zum Event: Christo and Jeanne-Claude.


The Floating Piers
Christo & Jeanne-Claude, Wolfgang Volz,
Jonathan William Henery
Softcover mit Klappen, 23,5 x 29 cm,

Christo and Jeanne-Claude


The Floating Piers, Lake Iseo, Italy 2014-2106
Photo: Sylvia Volz

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D
er im Vergleich zum benachbarten
Gardasse eher kleine Iseosee hat sei-
nem großen Bruder vor einem Jahr die
Schau gestohlen. Der Künstler Christo
(ja der vom verpackten Reichstag) hat mit seiner In-
stallation „Floating Piers“ weltweiter Aufmerksam-
keit für diesen lombardischen See erreicht. Dies, so
betonen die Tousirmusverantwortlichen, ohne einen
Cent bezahlen zu müssen. Christo hat das Megapro-
jekt selber geschultert und der Region neben der
Aufmerksamkeit jede Menge Gäste gebracht.

Mehr als eine Million Besucher kamen, um auf


den mehr als 1,5 Kilometer langen und 16 Meter
breiten Stegen auf dem See zu Insel Monte Isola zu
wandeln und den See ganz neu zu entdecken. Die
Hotels waren über Monate ausgebucht. Fischer
Nando Soardi (Bild links)
aus dem Dorf Peschiera
Maragglio auf der Isnel,
der mit seinen getrockne-
ten Slow Food-Sardinen
und Schleien zu den Lie-
feranten der feinen Loka-
le der Region zählt, kann
nur Positives berichten.
Den Fischfang am See
hätte der Rummel nicht
gestört, denn die Fischer
seien ohnehin mit ih-
ren Netzen in den stillen
Buchten am Nordteil des
Iseosees unterwegs.

Im Sterne-Restaurant
Due Colombe in der Franciacorta begegnen wir
dann Nando wieder. Nicht ihm selber, sondern ei-
ner seiner Schleien, die Chef Stefano Cerveni und
sein Team exzellent verarbeitet haben. Das Traditi-
onsrezept der Region „gefüllte Schleie“ interpretiert
der Sternekoch auf seine eigene Art. Fülle außen,
Fisch innen: überaus empfehlenswert! Unser Tipp:
Ein Mittags-Business-Menue gibt es schon unter 50
Euro. Dazu immer der obligatorische „Franciacor-
ta“, das wohl berühmteste Produkt der Region. Der
feinperlige Schaumwein mit klassischer Herstellung
darf weder zum Aperitiv noch zu Nachspeise fehlen.

Rund ein Dutzend großer und mehr als hundert


kleine Produzenten haben sich dem „Franciacorta“
verschrieben. Unter den Großen auch das Weingut
Barone Pizzini, der anläßlich des 90. Jahrestags des
Baus des ersten Golfplatzes in der Franciacorta einen
Cuvée „Golf“ kreiert hat. Schmeckt nicht nur nach
dem Golf exzellent!

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Die Casonsei Fische des Sees als Vorspeise, Salami von der Insel Mon-
te Isola und die Schleien-Variation in den Due Colombe (v.o.n.u.),.

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Franciacorta GC: Beginn der Wasserlöcher. Arzaga GC: Trickreiche Löcher auf dem Gary Player-Course.

Thema Golf: Leider existiert der Golfplatz derer


von Pizzini aus dem Jahr 1927 nicht mehr. Dafür
aber haben viele Investoren und die Mitglieder ei-
nen 27-Loch-Platz Franciacorta-Golf im Jahre 1986
bauen lassen. Designer kein Geringerer als Pete Dye.
Aus seiner Feder stammen drei 9-Loch-Schleifen
durch die Weinfelder, benannt nach den Schaum-
wein-Sorten Brut, Saten und Rosé und durchzogen
von witzigen Einfällen wie einer gut zwei Meter ho-
hen Mauer quer durch ein Fairway oder eine Seen-
landschaft, die es in sich hat.

Die „Lady“ wird mit Franciacorta beglichen


Nach der Runde steht ein wichtiger Besuch auf dem
Programm: Das Clubrestaurant. Zum einen werden
Ehrenschulden wie „Ladies“ oder „Sandy-Pars“ hier
natürlich in der Landeswährung „Franciacorta“ be-
glichen. Zum anderen ist die Kochmannschaft ster-
neverdächtig. Vor allem den diversen Nachspeisen
sollte noch ein wenig Platz im Magen eingeräumt
werden. Viele Hotels der Region haben übrigens
mit dem Golfclub ein Sonderabkommen in Sachen
Greenfees. Mit 50 Euro wochentags sind die Run-
den ohnehin nicht teuer.

Ein wenig tiefer muss Golfer in die Tasche greifen,


wer den Arzaga Golf nahe dem Gardasee ansteuert.
Der 18-Loch-Jack Nicklas-Course oder der 9-Loch-
Gary Player sind recht unterschiedlich. Der eine
weit, frei und lang, der andere eher schmal und
bewaldet. Nach der Runde auf der großen Terrasse
zwischen Clubhaus und 18 dann der unvermeidli-
che „Franciacorta“.

Geheimtipp: Agriturismo
Zurück im Weinbaugebiet dann noch ein Wort zu
den kulinarischen Angeboten, die nicht im Ster-
nebereich angesiedelt sind. Gute Küche findet sich
nämlich auch im unteren Budgetbereich. So zum
Beispiel im Agriturismo Al Rocol. Wer sich von Bus-
sen auf dem Parkplatz nicht abschrecken lässt, findet
hier grundsolide Küche „nach Rezepten der Non-

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Franciacorta GC: Die Wand.

Franciacorta GC: Zwischen Weinfeldern und Bergen.

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na“. Die gefüllten Casonsei (dünne Teigtaschen) mit


würzigem Bagoss-Käse, Kürbis oder Fleisch, sind
allein eine Sünde, ganz sicher aber eine Reise wert.

Ganz zum Schluss noch ein kleiner Rundgang in


der Provinzhauptstadt Brescia. Vom romanischen
bis zum mittelalterlichen Dom, von den Römeraus-
grabungen bis zu den Protzbauten des Faschismus
ist hier auf einer 90minütigen Altstadtrunde alles
vertreten, was dem Golfer nach einer Runde Golf
noch an Kraft geblieben ist. Dazwischen hier einen
Espresso, dort ein Glas – nein ausnahmsweise mal
nicht einen „Franciacorta“ – sondern ein Luga-
na-Weißwein aus dem nahegelegenen Anbaugebiet
mit einem Käsehappen. Durch die Altstadt spaziert
man weitgehend in einer Fußgängerzone und so fern
jedes Verkehrsstress. Städteurlaub kann so gemütlich
sein!

www.bresciatourism.it
www.franciacortagolfclub.it Iseosee: Die goldene Stunde.
www.arzagagolf.it

Brescia: Römische Überreste und Museum.

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Monte Isola: Der Hauptort Peschiera.

Franciacorta: Events rund um den Schaumwein.

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